Woher weiss ich ob meine Eltern Hilfe benötigen?
Wenn Menschen älter werden, ändern sich Ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten. Sie bekommen eventuell Probleme beim Auto fahren oder beim laufen. Sie erinnern sich im Gegensatz zu früher nicht mehr so leicht an Dinge und die erwachsenen Kinder bemerken, dass Ihre Eltern Schwierigkeiten haben Ihre Finanzen zu regeln. Mit zunehmendem Alter können manche Menschen auch einfache Aufgaben nicht mehr allein bewältigen.
Wir alle wollen den Wunsch der älteren Angehörigen, ein unabhängiges Leben zu führen, unterstützen. Auch wenn wir Zweifel an Ihrem Wohlbefinden und Ihrer Sicherheit haben. Aber wie wissen wir, ob die Zeit gekommen ist, helfend einzugreifen? Dazu ist eine Bestandsaufnahme notwendig.
Eine Bestandsaufnahme ist eine genaue Übersicht über die mentale, physische, umgebungsmässige und finanzielle Lage. Danach kann entschieden werden ob die Person weiterhin unabhängig leben kann. Es zeigt Risiken auf und hilft diese zu verringern. Es ist sehr wichtig, dass der ältere Mensch in die Diskussion und den Entscheidungsprozess mit einbezogen wird.
Wie helfe ich meinen Eltern zu erkennen, dass sie Hilfe benötigen?
Mit Hilfe der eigenen Checkliste ist es möglich die nötigen Abklärungen zu treffen. Dabei kann auch professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Während Ihre Checkliste und die der Fachleute bei einigen Dingen variieren kann, gibt es sicher viele gemeinsame Punke. Diese sollten mit Ihren Eltern besprochen werden. Dazu gehören:
- Körperliche Gesundheit. Wurden bei Ihnen chronische Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Arthritis festgestellt? Oder andere Krankheiten wie z.B. Krankheiten der inneren Organe, Herzkrankheiten, Schlaganfall oder Krebs? Haben sie Hörschwierigkeiten, leiden unter Gewichtsverlust oder haben Probleme beim gehen? Machen Sie eine Liste der behandelnden Ärzte und der Krankenhausaufenthalte.
- Mentale Gesundheit. Wurden psychische Störungen wie Depressionen, Ängste oder Psychosen festgestellt? Wurden Alzheimer oder andere Formen der Demenz diagnostiziert? Haben sie Anzeichen von Verwirrung, Desorientierung oder Isolation? Stimmungsschwankungen oder Vergesslichkeit, Traurigkeit oder Einsamkeit?
- Medikation. Welche Medikamente werden täglich genommen? In welchen Dosen? Wie oft? Werden die Medikamente wie verschrieben eingenommen?
- Tägliche Verrichtungen. Können Sie sich allein anziehen, waschen, aufstehen, Treppen steigen und das Telefon bedienen. Wissen sie wie sie im Notfall Hilfe holen können? Können sie noch einkaufen, kochen und den Haushalt und den Garten bewirtschaften? Können sie noch sicher Auto fahren?
- Häusliche - und gemeinschaftliche Sicherheit. Wie sicher ist die Nachbarschaft? Hat das Haus Rauchalarm und ist der Alarm laut genug? Können sie Betrügereien am Telefon und an der Haustür erkennen und meiden? Können sie Ihre Wohnung instand halten?
- Soziales Netzwerk. Haben Ihre Eltern öfter Besuch oder treffen Freunde? Gehen Sie zu Senioreneinrichtungen oder verlassen Sie das Haus aus anderen Gründen? Leben andere Familienmitglieder in der Nähe? Haben Sie Telefonnummern und Namen von Freunden oder Familienangehörigen griffbereit im Falle eines Notfalls?
- Das äussere Erscheinungsbild und die Hygiene. Wie ist Ihr allgemeines Erscheinungsbild? Sind sie gepflegt und ordentlich gekleidet?
- Finanzen. Können Sie von Ihrem jetzigen Einkommen leben? Können Sie sich zukünftige Bedürfnisse vom jetzigen Einkommen leisten? Sind rechtskräftige Unterlagen wie das Testament und dauerhafte Vollmachten bei einem Notar oder Anwalt? Zahlen sie ihre Rechnungen pünktlich und fällen vernünftige finanzielle Entscheidungen?
- Interessen und Lebensstil. Betreiben sie ihre bevorzugten Hobbys, lesen sie Bücher, bewegen sie sich, spielen sie ein Instrument, treffen sie sich mit Freunden? Gehen sie noch den Aktivitäten nach, die sie gern gemacht haben?
Es gibt gute Beurteilungskriterien und professionelle Berater die Sie und Ihre Eltern bei der Entscheidung unterstützen können, ob Hilfe von aussen notwendig wird.
Eine Einschätzung kann helfen, anstehende Probleme zu lösen und somit Ihren Eltern die Möglichkeit geben, weiterhin unabhängig zu leben. Ein Ergebnis davon kann sein, dass sich weniger Zwischenfälle oder Krankheiten ereignen und sich ein längeres Leben sowie eine bessere Lebensqualität einstellt. Es ist nicht immer einfach festzustellen, ob ein Angehöriger Hilfe braucht. Wenn Sie lernen ihre Bedürfnisse abzuschätzen fällt es Ihnen leichter festzustellen, wann und wie Hilfe benötigt wird.



