Login








Noch kein Mitglied?
Registrieren Sie sich hier!

Gleichgewicht zwischen Arbeit und Pflege

Suchen



Anzeigen

Die Ausgewogenheit zwischen Arbeit und Pflege

Sie haben einen stressigen Terminplan am Arbeitsplatz und Ihr Vater wacht die ganze Woche hindurch jede Nacht auf. Die Pflegekraft ist nicht pünktlich und Ihr Vorgesetzter fragt warum Sie zu spät zur Arbeit erscheinen. Es ist viel Arbeit liegen geblieben, weil Sie Ihre Mutter zum Arzt fahren mussten und sich mit Ihren Krisen beschäftigen mussten. Ihre Eltern brauchen eine Vollzeitpflege aber Sie können es sich nicht leisten Ihren Arbeitsplatz zu kündigen oder eine Auszeit zu nehmen. Sie haben das Gefühl, dass Ihre Arbeitskollegen Ihre Arbeit mit übernehmen müssen.

Wenn Sie die Pflege für einen älteren Menschen übernommen haben, klingen diese Geschichte sicher vertraut. Sie sehen sich täglich mit Problemen wie diesen konfrontiert. Hält diese Belastung über längere Zeit an, könnte es zu Konzentrationsschwierigkeiten im Beruf, emotionaler Erschöpfung und körperlicher Ermüdung führen. Arbeiten ist eine finanzielle Notwendigkeit. Doch oft kann die Pflege von Angehörigen im Wiederspruch zur Qualität der Arbeit stehen.

 

Unterstützung vom Arbeitgeber

Viele Arbeitnehmer haben die Pflege für Angehörige übernommen und machen sich geichzeitig Sorgen wegen ihrer Arbeitsstelle. Ausserdem kümmern sie sich darum, dass die häuslichen Verpflichtungen nicht vernachlässigt werden. Es ist nachzuvollziehen, dass die häusliche Pflege die Pflichen am Arbeitsplatz beeinflusst. Trotzdem reagieren viele Arbeitgeber mit Verständnis auf die Pflegetätigkeit des Angestellten. Dennoch scheuen sich viele Pflegende mit ihrem Arbeitgeber über ihre Verpflichtungen zu sprechen. Sie sorgen sich um ihren Arbeitsplatz und um ihre Karriereperspektiven.

Einige amerikanische Firmen unterstützen inzwischen Ihre pflegenden Angestellten, weil sie sich um die Auswirkungen der Pflege auf die Arbeitskraft Sorgen machen. Viele Firmen geben zum Beispiel Informationen und verweisen auf kommunale Angebote. Einige geben finanzielle Unterstützung um fremde Hilfe wie z.B. eine Tagespflege zu zahlen. Weitere Leistunge können z.B. Unterstützung von Pflegenden am Arbeitsplatz, bezahlte Abwesenheit für die Pflege oder flexible Arbeitszeiten sein. Aber trotzdem sind viele Pflegende noch auf sich allein gestellt.

Leider sind in Österreich diese Angebote noch nicht existent. Soch sollte mit der Veränderung der Altersstruktur hoffentlich auch bei hiesigen Firmen ein Umdenken stattfinden. 

 

Bewältigung der Doppelbelastung

Es ist nicht immer leicht den Ausgleich zwischen dem Beruf und der Familie zu schaffen. Jeder Job ist anders und hat andere Anforderungen an den Arbeitnehmer. Aber es gibt wirksame Mittel um mit der Verantwortung für den Beruf und die Pflege besser umgehen zu können. Vielleicht sind folgenden Vorschlägen hilfreich.

  • Sprechen Sie mit dem Personalverantwortlichen Ihrer Firma über Ihre Doppelbelastung.
  • Vielleicht besteht die Möglichkeit einer flexiblen Arbeitszeit und es bietet sich an, während Randzeiten zu arbeiten oder an Tagen an denen andere Arbeitnehmer gern frei hätten. Zeigen Sie Flexibilität.
  • Überlegen Sie ob Jobsharing oder Teilzeitarbeit eine Alternative sind.
  • Vermeiden Sie eine Vermischung von Arbeit und Pflege.
  • Teilen Sie Ihre Zeit zu Hause und während der Arbeit gut ein. Setzen Sie Prioritäten und erledigen Sie die wichtigen Dinge zuerst. Delegieren Sie Verantwortlichkeiten zu Hause und im Job. Andere können auch ein Teil der Belastung tragen. Teilen Sie Ihre Kräfte ein.
  • Nehmen Sie die Angebote der Gemeinde wahr.
  • Achten Sie auf Ihre eigenen Bedürfnisse und Ihre Gesundheit. Ernähren Sie sich richtig, schlafen Sie ausreichend und bewegen Sie sich regelmässig. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Bedürfnisse auch wenn Ihr Terminkalender voll ist. Freude ist wichtig. Machen Sie eine Pause wenn der Druck zu gross wird. Schon ein kleiner Spaziergang kann beim Stressabbau helfen. Sprechen Sie mit anderen über Ihre Gefühle und Bedürfnisse.
  • Bedanken Sie sich bei Ihren Kollegen für Ihre Unterstützung und bieten Sie ihnen Ihre Unterstützung an, wenn es nötig wird.

Die Unterstützung für Menschen die Pflege und Arbeit verbinden müssen, wird hoffentlich bald verbessert. Ältere Angehörige pflegen zu müssen oder zu wollen, ist eine Form des sozialen Engagements.