Dank Muskeltraining, gesund und agil bis ins hohe Alter
Interview mit dem CEO der Proxomed Gruppe, Antoni Mora.
F : Wie kamen Sie auf die Idee, Krafttrainingsgeräte für ältere Menschen herzustellen?
A. M. : Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Bewegung, unabhängig vom Alter, zu einer positiven Gesundheitsentwicklung führt und, dass der menschliche Muskel bis zum letzten Lebenstag in der Lage ist, aufgebaut zu werden.
F : Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ich glaube, dass ca. 80 % der Pflegeeinsätze bei alten Menschen nur deswegen notwendig sind, da sei über keine oder nicht genügend Muskulatur verfügen. Warum haben Sie mit Ihrem Projekt nicht in Europa oder Amerika gestartet?
A . M.: Unsere Marktanalysen ergaben sehr schnell, dass die europäischen und amerikanischen Märkte noch nicht reif waren für Konzepte der Altersgruppe 70+, obwohl man hier klar vom 40 +, 50+ und sogar 60+ Markt spricht. Gleichzeitig war uns bekannt, dass vor allem im hoch insturialisierten Japan in diesem Altersbereich hohe sozialpolitische Ansätze vorhanden waren. Zudem ist ja bekannt, dass die Japaner weltweit die höchste Lebenserwartung haben, d.h. wir sprechen über Menschen, die 70, 80 und nicht selten 90 und mehr Jahre erreichen. Diese Lebenserwartung führt zu erheblichen sozialen Problemen, zumal 90 % der alten Menschen in Japan inaktiv und noch dazu pflegebedürftig sind.
Mit einer Gruppe von Therapeuten, Orthopäden und Bewegungswissenschaftlern aus Japan besuchten wir hier Fitnessanlagen und zeigten Ihnen welche positive Wirkung aktive Bewegung auf den menschlichen Körper hat.
Die Delegation war unglaublich erstaunt, was man mit aktiver Bewegung im Präventionsbereich erreichen kann. Gleichzeitig waren sie verwundert, dass in allen Trainingsanlagen die Altersgruppe über 60 praktisch nicht existent war.
F : Die Japaner dachten vermutlich, dass wir uns nicht für die Altesgruppe 65+ interessieren.
A. M. : Die Delegation konnte sich vorort überzeugen, dass der menschliche Körper bis ins hohe Alter, d.h. bis zum letzten Atemzug Muskulatur aufbauen kann. Danach wurde in Japan ein Pilotprojekt gestartet.
F : Welche Erfolgszahlen hatten Sie nach Abschluss der Pilotprojekte in Japan erreicht?
A. M. : Die grössten Erfolgszahlen sind die zigtausend alten Menschen, denen wir in Japan zu einer grösseren Lebensaualität verholfen haben. Ich persönlich habe vorort weinende 90 – jährige gesehen, die sich nach 5 Jahren Rollstuhl, wegen Inaktivität, nach dem Training wieder alleine auf ihren Beinen fortbewegen konnten.
F : Wie sieht es mit der Statistik aus?
A. M. : In 2002 waren es 6 Pilotprojekte und heute im November 2006 sind es über 1650 Center und jedes Quartal kommen noch viele dazu.



