Die Reisethrombose
Eine Reisethrombose entsteht durch langes, bewegungsarmes Sitzen im Flugzeug, wodurch die Venen besonders im Knie, aber auch in der Leiste, zusammengedrückt bzw. abgeklemmt werden.
Auf diese Weise wird der Rückfluss des Bluts aus den Beinen zum Herzen stark behindert. Außerdem fehlt die Muskelanspannung der Beinmuskeln beim Gehen, die den Blutrückstrom in den Venen zum Herzen hin fördert.
Vor allem bei Risikopassagieren kommt es so immer wieder zu Thrombosen, vor allem in den Beinvenen. Besonders gefährdet sind:
- Personen mit Blutgerinnungsstörungen
- Diabetiker
- Asthmatiker
- Raucher
- Schwangere
- Frauen, die orale Verhütungsmittel ("Pille") nehmen
- Ältere Menschen
- Übergewichtige
- Personen mit Herzschwäche, Blutarmut oder Epilepsie
- Personen nach einem Schlaganfall oder kurz nach einer Operation
Reißen sich diese Thromben los, wandern sie durch den Blutkreislauf und werden zum Herzen geschwemmt. Das Herz pumpt das Blut in die Lungenschlagader. Da sich diese vom Herzen weg verengt, bleibt der Thrombus irgendwo im Gefäß stecken. Das Lungengewebe wird von der Blutzufuhr abgeschnitten und es kann eine Lungenembolie entstehen.
Vorbeugende Masnahmen
Das Risiko für eine Reisethrombose lässt sich nahezu auf Null reduzieren, wenn man einige einfache Vorsorgemaßnahmen einhält.
Bewegung ist in allen Flugzeugen möglich. Und sei es der häufigere Gang zur Toilette. Außerdem sollten Sie ausreichend Flüssigkeit aufnehmen, am besten Wasser mit wenig Kohlensäure, Säfte oder Tee. Alkohol oder Kaffee sollten möglichst wenig konsumiert werden, da sie zu einer Entwässerung über die Nieren führen. Auch auf Rauchen sollten Sie während eines Flugs verzichten.
Achten Sie auf lockere Kleidung und weite Schuhe. Besonders für Frauen ist es wichtig, keine Strümpfe mit einengenden Bündchen anzuziehen. Stütz- oder Kompressionsstrümpfe können bei bestehenden Krampfadern oder Venenbeschwerden geschwollenen Beinen und einer Thrombose vorbeugen. Die Beine sollten während eines Flugs nicht übereinander geschlagen werden, da dadurch die Blutzirkulation völlig unnötig beeinträchtigt wird.
Risikopassagiere sollten sich entsprechend auf Langstreckenflüge vorbereiten und bei Zweifeln einen Arzt zu Rate ziehen. Dieser kann eventuell ein Blut verdünnendes Mittel verordnen.
Um einer Reisethrombose entgegenzuwirken, sollten Sie während eines Flugs stündlich aufstehen, auf dem Gang auf- und abgehen und sich strecken und dehnen.
Einfache Übungen
Auch im Sitzen können Sie einfache Übungen durchführen, die die Blutzirkulation anregen:
- Wippen Sie mit den Zehen.
- Ziehen Sie bei aufgestellten Füßen abwechselnd Zehen und Waden hoch.
- Bewegen Sie Ihr Kniegelenk, indem Sie die Unterschenkel nacheinander vor- und zurückbeugen.
- Lockern Sie Ihre Hüfte, indem Sie die Knie abwechselnd Richtung Kinn anziehen.
- Spannen Sie den Bauch an und drücken Sie den Rücken an die Lehne. Strecken Sie danach den Bauch wieder nach vorne.
- Drücken Sie den oberen Rückenbereich an die Lehne und bewegen Sie sich mit kleinen Bewegungen hin und her.
- Ziehen Sie jede Schulter abwechselnd einige Male nach oben, lassen Sie sie nach vorn und hinten kreisen.
- Drehen Sie den Kopf abwechselnd vorsichtig nach rechts und links, drücken Sie dann das Kinn zur Brust. Lassen Sie dann den Kopf jeweils nach rechts und links sachte Richtung Schulten abknicken und neigen Sie ihn dann wieder nach vorne.



