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Hüfte und Knie: Teure Leiden der Deutschen

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Hüfte und Knie: Teure Leiden der Deutschen

Barmer GEK: Psychische Störungen häufiger als Herz-Kreislauf-Leiden


 

Rentnerin: Bald nur noch wenig Senioren ohne künstliches Knie (Foto: pixelio.de/Viktor Schwabenland)

 

Berlin (pte/27.07.2010/15:30) - Senioren ohne künstliches Knie- und Hüftgelenk könnten schon bald eine Minderheit darstellen. Dies legen die Zahlen des heute, Dienstag, vorgelegten Barmer GEK Report Krankenhaus 2010 nahe. Demnach wurden in den letzten sieben Jahren rund 1,4 Mio. Hüft- und 1,1 Mio. Kniegelenke implantiert. "Die Kosten für die neuen Gelenke beliefen sich allein im letzten Jahr auf 3,5 Mrd. Euro. Da erschrickt man als Versicherer schon", erklärt Barmer-GEK-Vizevorstand Rolf-Ulrich Schlenker http://www.barmer-gek.de.

Die Krankenkasse stellt sich die Frage, ob eine Tendenz zur Überversorgung besteht und kündigt Überprüfungen an. Während die Anzahl der Gelenk-Operationen steigt, sinkt laut Report die Aufenthaltsdauer in den Krankenhäusern seit 1990 von im Schnitt 13,4 auf 8,5 Tage. "Die Zahlen demonstrieren, wie leistungsfähig unsere klinische Versorgung sein kann", so Schlenker.


Arbeitslose am längsten im Krankenhaus

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass psychische Erkrankungen mittlerweile Herz-Kreislauf-Erkrankungen als häufigste Diagnosegruppe abgelöst haben. Vor allem Arbeitslosigkeit drückt bei den meisten Versicherten auf die Psyche. Durchschnittlich kommen Erwerbslose auf fast 1.600 Krankenhaustage je 1.000 Versicherte. Mit rund 450 Tagen weist die Berufsgruppe der Optiker den niedrigsten Wert auf.

Der Grund für ein Viertel der Krankenhausbehandlungsfälle aufgrund psychischer Störungen sei Alkohol. "Wir haben die höchste Rate von Alkoholerkrankungen unter Arbeitslosen. Es ist erwiesen, dass Arbeitslosigkeit häufiger zu psychischen Problemen und zur Sucht führt als umgekehrt", erläutert Friedrich Wilhelm Schwarz, Professor am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (ISEG), im Gespräch mit pressetext.

Doch auch die heutige berufliche Unsicherheit und familiäre Belastungen wie sie vor allem Alleinerziehende haben, münden in psychischen Erkrankungen. Schwarz fordert deshalb: "Vor allem ist auch die Politik gefordert, etwas zu unternehmen. Die gesetzlichen Krankenkassen haben hier nur einen begrenzten Spielraum." (Ende)